Begleiter auf vier Pfoten - der Schulhund der Waldschule stellt sich vor!

Schulhund

Hallo, mein Name ist Radu…und meine Aufgabe ist es, die Schülerinnen und Schüler der Waldschule auf besondere Weise im Schulalltag zu unterstützen. Mein Frauchen – Frau Greipel – wird seit über 10 Jahren von einem Schulhund in ihrem Unterricht begleitet. Seit Ende letzten Jahres habe ich nun diese Aufgabe übernommen. Ich bin Ende 2020 geboren und befinde mich aktuell noch in der Ausbildung zum Schulhund. Und ich kann euch sagen: die Arbeit in der Schule macht mir großen Spaß. 

 

Am liebsten halte ich mich in meiner eigenen Klasse auf. Hier kenne ich alle Schüler und Schülerinnen sehr gut und ich weiß, dass sie bemüht sind, gut auf mich aufzupassen. Zwischendurch erkunde ich aber auch gerne einmal andere Klassen oder Räume und schaue, wo ich wohl ein paar nette Worte, ein paar Streicheleinheiten oder noch besser – etwas zu essen – abbekommen kann. Gerne kann ich von anderen Klassen für eine „Hundestunde“ eingeladen werden oder mache aus den Schülerinnen und Schülern in einer „Hunde-AG“ richtige Hunde Experten.

 

Bevor ich euch aber mehr über meine Arbeit mit den Kindern erzähle ein paar Worte zu mir selbst:

 

Am Anfang durfte ich nur kurz mit zur Schule kommen, um zu schauen, ob mir die Arbeit mit den Kindern gefällt. Was soll ich sagen…es hat mir vom ersten Tag an viel Spaß gemacht. Nun begleite ich Frau Greipel fest an einem Tag in der Woche in die Schule. Neben dem Spielen und Arbeiten mit den Schülerinnen und Schülern verbringe ich auch gerne Zeit in meiner Kuschelbox, von wo aus ich alles in Ruhe beobachte oder einfach eine Runde schlafe (so ein Hundeleben hat schon seine Vorteile).

 

Aufgewachsen bin ich – ein Australien Shepherd Mix - zu Beginn in einem Tierheim in Rumänien, wo mich liebe Tierschützer aufgenommen und gepflegt haben. Zunächst kam ich in Deutschland zu einer Familie, die jedoch nach kurzer Zeit feststellte, dass so ein Hund ganz schön viel Arbeit macht und mich wieder abgeben wollten…was traurig klingt war mein Glück…mein Frauchen suchte zu der Zeit einen neuen Begleiter für ihre Familie und die Schule und fand mich…wir verstanden uns auf Anhieb gut und so fand ich mein neues Zuhause – und meinen neuen Beruf.

Schulhund

 

Schulhund

Schulhund

Von Beginn an zeigte ich eine große Freude am Umgang mit Kindern – und hier eine sehr hohe Gelassenheit gegenüber ihnen – am liebsten liege ich inmitten des Trubels und freue mich über jede Ansprache, Streicheleinheit und jedes Leckerchen. Zudem habe ich die Fähigkeit mich sehr sensibel auf verschiedene Menschen und ihre jeweilige Gefühlslage einzustellen. Mit diesen Voraussetzungen stand dann einer Arbeit als Schulhund nicht mehr viel im Wege. So haben nun die Kinder in der Schule die Möglichkeit mit mir zu arbeiten und dadurch ganz viele Dinge zu lernen.

 

Natürlich ist das alles nicht so ganz einfach und ich muss zunächst selbst erst einmal zur „Schule“ gehen. In der „normalen“ Hundeschule lernte ich alles, was ein Hund so wissen muss. Das reicht für die Arbeit in der Schule aber noch lange nicht aus.

 

In einer Therapiehunde-Team-Ausbildung werde ich nun zum Schulhund ausgebildet. Mein Frauchen kennt sich da schon ziemlich gut aus, da sie die Ausbildung schon mehrfach gemacht hat.

 

Ich lerne mit den verschiedensten Kindern zu arbeiten, auf sie zu reagieren und mit vielen unbekannten Geräuschen, Bewegungen und Dingen umzugehen. Frauchen lernt noch einmal, genau zu erkennen, wann es mir gut geht oder wann ich zu viel Stress habe und wie sie mich so richtig gut einsetzen kann. Nachdem wir die Ausbildung in diesem Jahr beendet haben werden, werde ich dann ganz offiziell der Schulhund der Waldschule sein! Und was ist nun meine Aufgabe dort? Ganz einfach – Hund sein. Denn was soll ich sagen – so ein Hund ist schon ein ziemlich spannendes und großartiges Tier.

Schulhund

Mit mir…

  • macht Lernen und Schule einfach viel mehr Spaß
  • haben die Schülerinnen und Schüler einen ganz besonderen Freund an ihrer Seite
  • kann man sich ganz prima entspannen und wohlfühlen
  • kann man spielen, rennen, toben und flitzen – hier macht Bewegung richtig Spaß
  • kann man über seine Gefühle „sprechen“ – ich bin ein ziemlich guter Zuhörer, gerade wenn es jemandem nicht so gut geht
  • kann man ganz ohne Worte sprechen – Gebärden, Zeichen und Körpersprache finde ich super – Unterstützte Kommunikation ist für mich gar kein Problem – was für viele Schülerinnen und Schüler, die auf diese Art der Kommunikation angewiesen sind, ein spannendes Erlebnis ist
  • kann man ehrlich sein – ich gebe genau die Rückmeldung, die ein Verhalten bei mir auslöst – ist es zu wild, zu unruhig dann gehe ich einfach weg – ist es ruhig, ist man nett zu mir, dann spiele und kuschele ich gerne
  • haben Regeln eine andere Bedeutung – sie sind nicht einfach von der Schule vorgegeben – sie sind nötig, dass es mir gut geht – und nur wenn es mir gut geht, darf ich auch mit in die Schule kommen
  • ist Unterricht nicht so theoretisch – Mathe macht doch viel mehr Spaß, wenn ich die Aufgaben stelle, oder das Lesen fällt viel leichter, wenn es um mich geht
  • kann man richtig selbstbewusst werden – wenn so ein Hund auf ein Kind reagiert und „hört“ ist das ein ziemlich eindrucksvolles Erlebnis - und die „Hundeexperten“ aus der Klasse dürfen ganz stolz ihr Wissen an andere Mitschülerinnen und Mitschüler weitergeben
  • kann man richtig clever werden – sich Aufgaben für mich auszudenken, Parcours zu bauen, Tricks einzuüben oder Leckerchenspiele zu entwickeln braucht ziemlich viel Kreativität, Ideen und Handlungsplanung
  • übt man sich selbst etwas zurückzunehmen und Rücksicht zu nehmen – abzuwarten – zuzuschauen – nur so und immer abwechselnd mag ich gerne mit den Schülerinnen und Schülern arbeiten
  • lernt man ganz viel über Hunde – Körpersprache, Haltung, Verhalten und Umgang mit so einem Hund sind spannend und helfen auch außerhalb der Schule Hundebegegnungen gut zu gestalten
  • übt man ganz nebenbei viele „Handgriffe“ und trainiert so seine Hände – Leckerchen greifen, Verschlüsse öffnen, Knobelspiele etc. erfordern viel Handgeschicklichkeit
  • lernt man „sich in die Augen zu schauen“ – Blickkontakt, Ansprache und Nähe sind ganz wichtig, damit man erfolgreich mit mir interagieren kann
  • kommt man in der Klasse viel leichter zu Ruhe – Lärm, Herumrennen und Hektik mag ich nicht so gerne – und ob ihr es glaubt oder nicht – die Ruhe tut uns allen gut
  • kann man sich basal auf seine Empfindungen einlassen – mein weiches Fell, mein warmer Atem, meine rauen Pfoten, meine feuchte Nase – wenn man mag, kann man mich wunderbar einfach nur spüren - was gerade für Schülerinnen und Schüler mit komplexen Behinderungen ein intensives Erlebnis sein kann
  • kann man zielgerichtet interagieren – ich reagiere auf Bewegungen, auf Leckerchen, folge mit meinen Blicken – gerade für viele Schülerinnen und Schüler aus dem Bereich der Autismus Spektrums Störungen ein spannendes Erlebnis

ist Schule einfach etwas Besonderes!